Die so ganz andere Online-Apotheke

11. Januar 2007

Vor einigen Wochen erhielten wir in Tremmen die Anfrage einer Onlineapotheke, ob wir sie dabei unterstützen möchten, ihr Homöopathieprogramm auszubauen.
Die Idee war, dass eben Homöopathen viel besser wüßten, was die Homöopathie braucht, und das Zusammenarbeiten von Apotheke und Therapeut für den Kunden nur von Vorteil sein könne.

Na klar, wollten wir! Heike und ich machten uns also auf den Weg, um Konstantin Primbas und sein Team kennenzulernen. Nachdem wir uns einen halben Tag dort herumtummeln durften, wirklich alles gesehen, hinterfragt und diskutiert hatten, kehrten wir wieder heim mit einem Gefühl freundschaftlichen Verbundenseins und dem Wissen, dass wir in Konstantin einem weiteren Menschen begegnet waren, der wie wir, einerseits sein Leben und Wirken durchaus zeitgerecht gestaltet, darüber hinaus aber Ziele und Ideale bewahrt, die den Menschen und der Gesellschaft schlichtweg gut tun.

Doch, laßt uns das der Reihe nach erzählen…..

Was uns sofort auffiel war das Arbeitsklima und ein Team das ein „Wir-Gefühl“ ausstrahlt, wie wir es zuvor immer nur als Vision oder Utopie kannten. Hier aber war es Realität:
Offene Menschen mit leuchtenden Augen, die ganz offensichtlich freudig ihrer Arbeit nachgingen, die sowohl ihren Part im Team kannten, aber auch ganz genau wußten, was im Großen und Ganzen ansteht. Wir erlebten einen „Aufbaugedanken“ und das Wissen darum, dass eine gute Dienstleistung eben auch einen guten Arbeitsplatz sichert als eine gemeinsame große Motivation inmitten dieses hierarchiefreien Teams. Und eines war klar: Die Ansprüche und Ideale vom „Chef“, wie sie Konstantin in einer Mischung aus Freundschaft und Respekt nennen, werden nicht nur von ihm hochgehalten und getragen, sondern von jedem einzelnen.
Ihr merkt, das hat uns schwer beeindruckt.

Wir sahen uns das Call-Center an. So etwas hatten wir bisher ja immer nur am anderen Ende der Leitung erlebt und uns deshalb ganz anders vorgestellt, lauter und hektischer vielleicht, auf jeden Fall unpersönlich. Nicht so hier. Wir erlebten eine entspannte und ruhige Betriebsamkeit, die uns eher an die Geräuschkulisse einer Lounge erinnerte. Dies muß ziemlich außergewöhnlich sein, denn die Mitarbeiter erzählten uns, dass sie um hier mitarbeiten zu können andere Arbeitsplätze, an denen sie bis zu 20 Jahren gearbeitet hatten, nur allzugern aufgegeben hatten.

Konstantin erklärte uns das Prinzip des Bestellcenters: “Ich habe mich in meiner „echten“ Apotheke immer schon auf den Kunden eingerichtet, ich habe ihn beraten, und ich habe, wenn nötig auch Verantwortung für Rezepte und Wechselwirkungen der Arzneien übernommen. Dazu ist eine Online-Apotheke nicht verpflichtet, ich habe aber nicht die geringste Absicht, von diesen guten Vorsätzen nur einen Jota abzuweichen!“

So gibt es zusätzlich Dolmetscher für mehrere Sprachen, es sind immer Apotheker vor Ort, um weiterführende Fragen beantworten zu können, es ist sogar ein hauseigener Pharmazeut am Platze, der Rede und Antwort steht, wenn’s mal kniffeliger werden sollte. Konstantin Primbas hat eigens zum Zwecke der Überprüfung von Wechselwirkungen verschiedener Medikamente ein Programm entwickeln lassen, welches zusätzlich zu den aufmerksamen Mitarbeitern hier eine weitere Sicherheit bietet. Mag die Formulierung „Beraterbank“ uns womöglich allen als unglaubwürdig längst aus dem Halse kommen – was Heike und ich hier erlebten war waschecht und glaubwürdig allein schon durch die Persönlichkeit Konstantins und den Idealen, für die er steht und einsteht.

Weiter gings zu Warenein- und Ausgang. Wie fleißige Bienchen waren unablässig Menschen dabei, Körbchen zu packen, zu kontrollieren, nochmals zu kontrollieren und dann versandfertig zu machen. Eine Mischung aus hochkonzentriertem menschlichen Schaffen kombiniert mit reichlich Technologie: Endlose Laufbänder, natürlich computergesteuert, und eine Maschine, die Kartons zusammenkleben kann, hier erlebten wir tatsächlich ein wenig Kind im Manne Primbas, der uns stolz das faszinierende Riesenspielzeug vorführte und dann gerne noch einmal, natürlich , nicht ohne den ganzen Betriebsablauf dafür „ganz kurz nur“ mal anzuhalten, mit einem begeisterten Ausdruck im Gesicht, der mich an meine Söhne erinnert, in dem Moment, wenn die neue Carrerabahn endlich aufgebaut ist.

Und auch hier wieder ein guter Gedanke im Hintergrund: „Kartonagenkleben ist kein Arbeitsplatz, den ich einem meiner Mitarbeiter anbieten möchte“.

Das Programmierer-Team , das uns wirklich ganz persönlich beeindruckt hat. Vielleicht liegt es ja daran, dass ich programmierende Söhne in etwa dem gleichen Alter habe. Sie wären von einem solchen Arbeitsplatz begeistert, dachte ich nur. Anstatt immer nur Teilprodukte im stillen Arbeitszimmer zu programmieren, steht auch hier Teamwork im Vordergrund und es wird am Ganzen gearbeitet- von der Idee bis zur Ausführung. Wen wundert da das Superarbeitsklima, das von diesen jungen Menschen ausstrahlt?

Zum Abschluß gabs Kaffee und Kuchen für alle, und wir durften auch hier erleben, dass eben alle an einem Strang ziehen. Dass sich eben auch in einem großen Betrieb mal ausgiebig Zeit genommen wird, wenn’s wichtig erscheint. Dass Prioritäten klar sind. Und ganz genau diese Prioritäten sind es, denke ich, warum Heike und ich uns persönlich so sauwohl und ideologisch so sehr zuhause gefühlt haben.

„Es ist mein Anliegen, die Menschen wieder an die traditionelle Naturheilkunde heranzuführen“, sagt uns Konstantin, und damit hat er uns einmal mehr im Boot, denn er kann nicht ahnen, dass er hier – rein zufällig – auch die unsrigen Ziele und Hoffnungen formuliert hat.

Eine solche Naturheilkunde und auch eine Laienhomöopathie haben eine uralte Tradition und sind auch gegenwärtig und zukünftig machbar, wenn die Menschen sich nur ein wenig Wissen dafür aneignen, und wenn es von Seiten der Therapeuten und Apotheken einen beratenden Beistand dabei gibt.

So sind wir, wie Ihr euch denken könnte, schon längst am Werk: Konstantin und sein Team überarbeiten derzeit die Homöopathieseiten während Heike und ich seit Wochen an einem Homöopathiebüchlein schreiben, das, wie wir hoffen, endlich mal eines ist, mit dem man auch etwas „anfangen“ kann, das Mut macht, und in dem man vor allem sein Mittel nicht nur sucht, sondern auch findet!

Wir halten Euch auf dem Laufenden.

Lieber Gruß

Biggi

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.